Der Umgebindekurs

[nggallery id=4]In der Woche vom 18. bis 22. Januar 2010 hatte der CCEG Vorsitz zum Seminar „Denkmalpflegerische Arbeiten am Umgebinde“ nach Bautzen geladen.

Zur Vermittlung dieses einzigartigen, regionaltypischen Baustils gestaltete eFVD Konrad Lubner mit umfangreicher Unterstützung des Überbetrieblichen Ausbildungszentrums–Bautzen (ÜAZ) ein ausgewogenes Programm.

Also begannen acht der gewieftesten Reisenden der Gesellschaft Freier Vogtländer Deutschlands und des Rolandsschachts, sowie ein fixer Geselle der Oberlausitzer Gewandhausgesellen ihre Vormittage traditioneller Werkstattarbeit zu widmen, während die Nachmittage durch fachtheoretische Seminare ausgefüllt wurden. Untergebracht waren die Gesellen im etwa 10 km entfernten LebensGut in Pommritz.

So stellten die Gesellen im Laufe der Woche einen Teil der Blockstube her, beschäftigten sich mit der Lehmausfachung am Fachwerk und konnten projektbezogen ein Vordach abbinden, das allen Ansprüchen des Oberlausitzer Umgebinde gerecht wurde. Am Wochenende wurde das attraktive „Oberlausitzer Vordach“ im LebensGut eingebaut und sorgte auch dort für Freude.

Am Freitag wurden Exkursionen unternommen. Ziel waren das älteste existierende Umgebindehaus, das „Reiterhaus“ (1660), in Neu Salza/Stremmberg und das „Umgebindedorf“ Oberkunnersdorf, wo der Dorfälteste mit Stolz die Dorfführung übernahm.

Das Umgebindehaus vereint in einem Bauwerk drei ansonsten separat auftretende Hausbauweisen. So finden sich Blockbau-, Fachwerk- und Massivbauweise in einem Haus, was eine baukonstruktive Einmaligkeit ist. Die größte Konzentration an Umgebindehäusern befindet sich in der Oberlausitz und Umgebung und stellt ein erhaltenswertes bauhistorisches Gut dar.