Fortbildung ökologische Dämmstoffe

Nach langer Ankündigung starten endlich die Kurse der “GrAT” im August.

Bei diesen Fortbildungen bietet der wissenschaftliche Verein für Reisende der CCEG eine kostenlose Teilnahme an sowie ein offizielles Zertifikat nach erfolgreicher Teilnahme. Kernthema der Kurse sind traditionelle, ökologische Baustoffe, welche in neuen Bausystemen zum Einsatz kommen sowie mit neuen Techniken verarbeitet werden. Neben dem Bereich Nebau wird ebenfalls der Bereich Altbausanierung in Theorie und Praxis betrachtet.

Kursphase 1 (Neubau)
ab 27.8.2012 (Montag) – ca. 2 Wochen
Kursinhalte: Dachdämmung mit Strohballen, Modulare Vorfertigung in Verbindung mit traditioneller Zimmermannskunst, Wandkonstruktionen mit Strohdämmung (unterschiedliche Aufbauten)

Kursphase 2 und 3 (Sanierung / Neubau)
ab 10.9.2012 (Montag) – ca. 2 x 2 Wochen
Kursinhalte: Außenwanddämmung mit Holzständerkonstruktionen und Schilf- bzw. Strohdämmung, Holzriegelkonstruktionen (Wand) mit Strohdämmung, Dachdämmung mit Stroh und Schilf, Sanierung von Kastenfenstern und Holzfußböden

Pro Kurs können ca. 3-4 Reisende teilnehmen, die Kurse sind eher für Reisende des Holzgewerkes ausgelegt. Es kann aber jeder Interessierte dort anfragen, ob es Schaniegelei für sein Gewerk gibt. Eventuell gibt es über die Kurszeit hinaus Bedarf nach Fachkräften bei der Gruppe angepasster Technologie, was selbstredend mit den Verantwortlichen bei der “GrAT” besprochen werden muß. Anmeldung und Besprechung der Konditionen unter unten stehender Kontaktadresse:

Montag bis Freitag 09:00 bis 14:00 Uhr

Festn:+43 (0)2743 77 439

Mobil: +43 (0)680 557 87 96

Email: csb@grat.at oder sp@grat.at

 

Der Austragungsort des Kurses ist Böheimkirchen, ein Städtchen, welches sich kurz hinter St.Pölten Richtung Wien direkt an der A1 befindet. Für mehr Informationen lohnt sich auch ein Besuch der Homepage der “GrAT”!
GrAT, Gruppe für Angepasste Technologie
Technische Universität Wien
Wiedner Hauptstraße 8 – 10
A- 1040 Wien
Tel: +43 (01) 58801 49530, Fax: +43 (01) 58801 49533
Web: www.grat.at, www.s-house.at, www.nawaro.com

Treppenbaukurs 2011 in Sibiu

Nagelstock vor der Casa Calfelor

Wie im vergangenen Jahr wurde auch dieses Jahr von der Casa Calfelor mit Unterstützung der CCEG und der Berufsschule Sibiu wieder ein Treppenbaukurs angeboten. Kursleiter war wie im letzten Jahr der einheimische Vogtländer Christian Rummel.

[singlepic id=32 w=320 h=240 float=left]Was den Kurs im Wesentlichen vom dem des letzten Jahres unterschied, war die Zusammensetzung der Teilnehmergruppe.

Von Seiten der Fremden waren drei freireisende Tischlerinnen und ein freireisender Tischler dabei. Der Rest der Gruppe setzte sich zusammen aus drei rumänischen Praktikanten eines Projekts aus Bretai und 5 Schülern der Berufsschule Sibiu. Gearbeitet wurde in Vierergruppen mit je einem deutschen Gesellen und drei Rumänen. Fachliche Verständigung wurde somit zur Herausforderung, mit kreativsten Sprachimprovisationen zwischen Rumänisch, Deutsch, Englisch, Händen und Füßen. Zumal wir feststellen mussten, dass sich rumänische und deutsche Arbeitsweisen bisweilen grundlegend unterscheiden. Auch deutsche Vorstellungen von Arbeitssicherheitselementen wie Spaltkeil oder Gehörschutz schienen nicht sehr viel Bedeutung zu haben.

Die Strukturierung des Kurses entsprach im Wesentlichen der des letzten Jahres: Erste Woche Theorie, zweite Woche Praxis.
Zu Beginn der ersten Woche wurde das Thema Treppenbau im Allgemeinen behandelt. Eine Übersicht über verschiedene Stilepochen,Materialien und Bauweisen gab einen Einblick in die Vielfältigkeit der faszinierenden Welt des Treppenbaus.

Direkt im Anschluss begann die Fachtheorie zur angewandten Treppenkonstruktion:    Korrekte, jedoch regional unterschiedliche Bezeichnungen verschiedener Treppenteile, rumänisch und deutsch natürlich, Berechnung des Steigungsmaßes, Schrittmaßregel, Verziehungsmethoden, Wangenabwicklung, Anschlusslösungen und Wandverbindungen. Vertieft wurde die Konstruktionstheorie mit dem Erstellen einer 1:10 Zeichnung einer viertelgewendelten Treppe mit zugehöriger Wangenabwicklung.

Nach kurzem Einbilck in die Konstruktionsunterschiede von gestemmten, halbgestemmten und aufgesattelten Treppen, Spindel- und Wendeltreppen konnte jede Gruppe eine Variante wählen, welche sie als Modelltreppe im Maßstab 1:2 in der zweiten Woche umsetzen würde.

[singlepic id=31 w=320 h=240 float=right]Die drei Gruppen entschieden sich für eine Spindeltreppe mit formverleimtem Handlauf eine aufgesattelte, viertelgewendelte Treppe mit einseitigem Handlauf und Untergurt eine halbgestemmte, viertelgewendelte Treppe mit Blockstufe und einseitigem Handlauf. Diese können sie während der Zeit der Ausstellung im Töpferturm begutachen.

Für den Bau der Modelltreppen war natürlich Grundvoraussetzung der 1:1 Aufriss inklusive der dazugehörigen Wangenabwicklung mit Handlauf.
Nach einer allgemeinen Einweisung in die Werkstattmaschinen der Berufsschule begann der praktische Teil. Während ein Teil der Gruppen mit Zuschnitt und Stufenverleimungen begann, wurden im Theorieraum letzte Detaills durchdacht und im Aufriss festgehalten. Die zweite Woche über herrschte reges Treiben in den Werkstatträumen. Mit voller Besetzung waren alle Maschinen im Dauereinsatz, bis Freitag Mittag die letzte Schraube festgezogen und die letze Stufe geölt war.

Ergänzend zu den Modelltreppen gab der Kursleiter Christian Rummel eine Einführung in die Kunst des Krümmlingbaus.Sowohl die zeichnerische Konstruktion, als auch die praktischen Umsetzung wurden anschaulich dargestellt und führten zu allgemeiner fachlicher Faszination und Begeisterung.
Abschließend wollen wir unserem Kursleiter nocheinmal Lob und Dank aussprechen, für sein fachliches wie auch soziales Engagement. Er hat nicht nur die zweisprachige Leitung des Kurses gemeistert, sondern uns auch die grundlegenden Fertigkeiten des anspruchsvollen Treppenbaus vermittelt.

Wir alle wünschen uns, dass die jährliche Tradition eines Treppenbaukurses hier in Sibiu Bestand hat und sie auch künftig reichlich Anklang findet bei Reisenden wie auch Nichtreisenden. Und vielleicht gibt es ja sogar einmal einen Teil 2 für Fortgeschrittene…

Wibke fr.frd.Tischlerin                                      Lisa  fr.frd. Tischlerin

CAD-Abbundkurs mit der Dietrichs Abbundsoftware

[singlepic id=27 w=320 h=240 float=left]Erfreulicherweise bestand eine so hohe Nachfrage an der computerunterstützten Fortbildung auf unsere Bude in Hilpoltstein, dass sogar einige wissensdurstige Gesellen mangels Platz abgewiesen werde…

Früh genug angemeldet und zünftig zugereist sind ein einheimischer Rolandsbruder, ein rechtschaffener Fremder Zimmerergeselle, ein fremder Freiheitsbruder sowie 4 reisende freie Vogtländer Deutschlands und 3 einheimsche F.V.D.
Als Dozenten standen den CAD Neulingen mit viel Geduld und Verständnis der einheimische rechtschaffende Fremde Zimmermann Jorg-Peter Ebert sowie der einheimische freie Vogtländer Ralph Swoboda unterstützend zur Seite.

Angefangen mit ersten Schritten im 2D-Zeichnen, steigerten wir uns langsam aber sicher in die 3D Planerstellung von Wänden und deren Aufbau über Deckenkonstruktionen bis hin zu Dachausmittlungen und der Erstellung komplexer Dachstühle auf belibigem Grundriss mit unterschiedlicher Dachneigung. Augenmerk lag auch auf dem in der Software beinhalteten Statikprogramm sowie auf dem für Handabbinder interessanten Erstellen von Abbundplänen sowie Holz- und Materiallisten.

Am letzten Tag wurde dann noch das Anreissen von Hölzern nach Computerplan geübt und gefestigt. Zum Abschluss lud e.F.V.D. Herbert Körner zum zünftigen Grillabend ein. Dieser wurde natürlich nach altem Handwerksbrauch und Gesellenmanier zelebriert und war ein gelungener Abschluss.

Nach diesem Einblick in ein Abbundprogramm und einwöchiger Auseinandersetzung damit, und auch über Sinn, Zweck und Notwendigkeit, ist nicht von der Hand zu weisen, dass Programme dieser Art eine enorme Arbeitserleichterung und vor allem Zeitersparnis darstellen. Möge man davon halten was man will. Jedoch sollten wir -angesichts der Tatsache wie weit diese Medium bereits schon in die Meisterausbildung und Arbeitsalltag vorgedrungen ist – nicht die Augen so lange vor der Zukunft verschliessen bis Sie uns überholt hat.

Oder schon zu spät?

Die Woche vom 23.08.2010 bis zum 27.08.2010 wird wohl jeder Teilnehmer als extrem lehrreich und harmonisch unter den Gesellen und verschiedenen Schächten beschreiben können.

Fix bedankt bei unseren zwei Dozenten und dem Grillabendausrichter!

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Schriftkurs im Westrich

[singlepic id=15 w=320 h=240 float=left]Wie oft in fernen Ländern verblasste die Erinnerung an unsere Gesichter?

Haben wir doch Häuser aus Stein, Möbel aus Holz oder Dächer aus Metall geschaffen. Vielleicht hatten wir Ideen, wie uns zu verewigen in den Werken, doch oft fehlte das Wissen: Wie.

Der C.C.E.G.- Kurs der Schriftgestaltung nahm sich zum Ziel, diesen Ideen Formen und auch Wissen über die Verarbeitungstechniken zu vermitteln.

Zu Beginn wurde klassisch das Führen von Linien geübt. Horizontal, vertikal und auch diagonal und dies bereits in der Urform gestalteter Schrift, im Wechselzug.

Dazu wurden zwei Bleistifte miteinander verbunden, konstant in gleicher Neigung übers Papier gezogen. Der sich daraus ergebende Wechsel zwischen dünn und dick, führte uns zur ersten Schriftart, der Antiqua. Monomentale, einfache Buchstaben, die schon mehr als zweitausend Jahre als Schrift verwendet werden und dass weiß nun ein jeder Kursteilnehmer, auch Mutter aller anderen Schriftarten war. So entwickelten sich die Unzialen, die gotische Textur und die groteske Schriftart aus ihr, um einige bekannte Beispiele zu nennen.

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In den folgenden Tagen probierten wir uns in der Abfolge des ABC`s, bis hin zur Gestaltung ganzer Sätze, denn gerade die Gestaltung ist eine der großen Herausforderungen, nach dem Studieren der Schrift. Es wurden anhand von Redewendungen oder Gedichten Schriftarten gestaltet, wie wir sie auch in Stein, Holz oder Metall finden.

„ Weil Denken die schwierigste Arbeit ist, die es gibt, beschäftigen sich nur wenige damit.“

Es entstanden nach und nach Entwürfe und Vorschläge für die unterschiedlichsten Inhalte, welche nach und nach die kahlen Wände des Ateliers zierten. Oft bis in die Abendstunden hinein wurde radiert, gesetzt und mit Tinte vollzogen, was Menschen der Sprache erfanden. Neben Steinmetzen und Tischlern nahm auch ein Zimmerer teil. Nach vollendetem Werk lebten wir Gesellen der freien Vogtländer und fremden Freiheitsbrüder in vollster Wonne!

Unser Dank dafür gilt Klaus Hunsicker und seiner Familie, der wir für die Zukunft Gesundheit, Zusammenhalt und Treue wünschen.

Im Auftrag der Gesellen

der fremde Freiheitsbruder Christian Wölbeling