Das vom 11. bis 13. Juni 2010 stattgefundene CCEG Reisendentreffen in Trautskirchen ist hoffentlich auch für ein paar mehr Besucher rückblickend ein Erfolg gewesen.

Leider konnten nicht alle Gesellenvereinigungen der CCEG zureisen, trotzdem war es eine schöne Gelegenheit um sich auf dem Gelände des Schloss Trautskirchen untereinander über die Neuigkeiten auf der Landstrasse auszutauschen.

Am Samstag wurden alle zugereisten Gesellen vom Bürgermeister der Stadt Trautskirchen, dem Landrat des Landkreises Neustadt a. d. Aisch sowie einem Kollegen der IG BAU Nürnberg begrüßt und mit Interessanten Fakten und Informationen über das Hans Böckler Geburtshaus, welches in Trautskirchen steht, versorgt.

Nach dem anschließenden Mittagessen im Gasthaus Goldener Stern mit vorher stattgefundenem Gruppenbild vor der Kirche bekam noch jeder Wandergeselle das Siegel der Stadt Trautskirchen sowie das Siegel des Landkreises in sein Wanderbuch als Erinnerung an seine dortige Durchreise. Der Rest des Wochenendes stand dann voll im Zeichen des handwerklichen Austausches (auch Gewerkübergreifend)

Es wurden viel über Tippelei und Schaniegelei geklönt und natürlich bei lustigem Zusammensein auch der fränkischen Braukunst gefrönt.

Die Umlage für das komplette Treffen konnte glücklicherweise recht gering gehalten werden und beinhaltete einen Charlottenburger sowie das ausgedruckte Gruppenbild und dürfte auch für den am abgebranntesten der Gesellen erschwinglich gewesen sein.

Mit ein Grund dafür war unter anderem die große Hilfsbereitschaft der Trautskirchener sowie den umliegenden Dörfern und Städten, besonderer Dank gilt hierbei Joris Callens, dem Schlossbesitzer sowie Buergermeister Friedrich Pickel welche uns wann immer es auch nötig war , zur Seite standen.

Die große Hilfsbereitschaft baut auch auf die Gesellen welche vor 15 Jahren dort das CCEG Reisendentreffen ausgerichtet haben und einen extrem guten Schnack hinterließen. Brummt!

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Wie oft in fernen Ländern verblasste die Erinnerung an unsere Gesichter?

Haben wir doch Häuser aus Stein, Möbel aus Holz oder Dächer aus Metall geschaffen. Vielleicht hatten wir Ideen, wie uns zu verewigen in den Werken, doch oft fehlte das Wissen: Wie.

Der C.C.E.G.- Kurs der Schriftgestaltung nahm sich zum Ziel, diesen Ideen Formen und auch Wissen über die Verarbeitungstechniken zu vermitteln.

Zu Beginn wurde klassisch das Führen von Linien geübt. Horizontal, vertikal und auch diagonal und dies bereits in der Urform gestalteter Schrift, im Wechselzug.

Dazu wurden zwei Bleistifte miteinander verbunden, konstant in gleicher Neigung übers Papier gezogen. Der sich daraus ergebende Wechsel zwischen dünn und dick, führte uns zur ersten Schriftart, der Antiqua. Monomentale, einfache Buchstaben, die schon mehr als zweitausend Jahre als Schrift verwendet werden und dass weiß nun ein jeder Kursteilnehmer, auch Mutter aller anderen Schriftarten war. So entwickelten sich die Unzialen, die gotische Textur und die groteske Schriftart aus ihr, um einige bekannte Beispiele zu nennen.

In den folgenden Tagen probierten wir uns in der Abfolge des ABC`s, bis hin zur Gestaltung ganzer Sätze, denn gerade die Gestaltung ist eine der großen Herausforderungen, nach dem Studieren der Schrift. Es wurden anhand von Redewendungen oder Gedichten Schriftarten gestaltet, wie wir sie auch in Stein, Holz oder Metall finden.

„ Weil Denken die schwierigste Arbeit ist, die es gibt, beschäftigen sich nur wenige damit.“

Es entstanden nach und nach Entwürfe und Vorschläge für die unterschiedlichsten Inhalte, welche nach und nach die kahlen Wände des Ateliers zierten. Oft bis in die Abendstunden hinein wurde radiert, gesetzt und mit Tinte vollzogen, was Menschen der Sprache erfanden. Neben Steinmetzen und Tischlern nahm auch ein Zimmerer teil. Nach vollendetem Werk lebten wir Gesellen der freien Vogtländer und fremden Freiheitsbrüder in vollster Wonne!

Unser Dank dafür gilt Klaus Hunsicker und seiner Familie, der wir für die Zukunft Gesundheit, Zusammenhalt und Treue wünschen.

Im Auftrag der Gesellen

der fremde Freiheitsbruder Christian Wölbeling

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In der Woche vom 18. bis 22. Januar 2010 hatte der CCEG Vorsitz zum Seminar „Denkmalpflegerische Arbeiten am Umgebinde“ nach Bautzen geladen.

Zur Vermittlung dieses einzigartigen, regionaltypischen Baustils gestaltete eFVD Konrad Lubner mit umfangreicher Unterstützung des Überbetrieblichen Ausbildungszentrums–Bautzen (ÜAZ) ein ausgewogenes Programm.

Also begannen acht der gewieftesten Reisenden der Gesellschaft Freier Vogtländer Deutschlands und des Rolandsschachts, sowie ein fixer Geselle der Oberlausitzer Gewandhausgesellen ihre Vormittage traditioneller Werkstattarbeit zu widmen, während die Nachmittage durch fachtheoretische Seminare ausgefüllt wurden. Untergebracht waren die Gesellen im etwa 10 km entfernten LebensGut in Pommritz.

So stellten die Gesellen im Laufe der Woche einen Teil der Blockstube her, beschäftigten sich mit der Lehmausfachung am Fachwerk und konnten projektbezogen ein Vordach abbinden, das allen Ansprüchen des Oberlausitzer Umgebinde gerecht wurde. Am Wochenende wurde das attraktive „Oberlausitzer Vordach“ im LebensGut eingebaut und sorgte auch dort für Freude.

Am Freitag wurden Exkursionen unternommen. Ziel waren das älteste existierende Umgebindehaus, das „Reiterhaus“ (1660), in Neu Salza/Stremmberg und das „Umgebindedorf“ Oberkunnersdorf, wo der Dorfälteste mit Stolz die Dorfführung übernahm.

Das Umgebindehaus vereint in einem Bauwerk drei ansonsten separat auftretende Hausbauweisen. So finden sich Blockbau-, Fachwerk- und Massivbauweise in einem Haus, was eine baukonstruktive Einmaligkeit ist. Die größte Konzentration an Umgebindehäusern befindet sich in der Oberlausitz und Umgebung und stellt ein erhaltenswertes bauhistorisches Gut dar.

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Da die Wandergesellen schon immer über Ländergrenzen hinweg unterwegs waren und gegenseitige Anerkennung und Unterstützung sowie das Lernen voneinander wichtige Bestandteile ihrer Kultur sind, empfinden sie sich als die „ersten wahren Europäer“.

Heute profitiert die Tradition vom Zusammenwachsen Europas, aber auch von der hohen Arbeitslosigkeit. Machten es sich in den Siebzigerjahren viele im Wohlstand gemütlich, erscheint heute die Walz als Alternative zum unsicheren Berufseinstieg und hat Zulauf.

Insgesamt sind es aber nur einige Hundert, die derzeit mit Kluft und Bündel unterwegs sind. Doch diese wenigen halten die aus dem Mittelalter stammende Tradition hoch, pflegen die Zusammenkünfte in den Schächten, die übrigens strikt hinter verschlossenen Türen stattfinden.

Verleihung der Goldmedallie

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Um mit Vorurteilen aufzuräumen und über die Tradition der Walz aufzuklären, präsentierten sich die europäischen Gesellenzünfte auf einem Gemeinschaftsstand der „denkmal 2006“ in Leipzig mit einer zünftigen Ausstellung ihrer ehrwürdigen Exponate. Alte Zunftgegenstände und Bilder, aber auch neue Arbeiten von Wandergesellen, die deren ausgezeichnete Fachkenntnisse belegen, schmückten den Stand. Die Europäische Messe für Restaurierung, Denkmalpflege und Stadterneuerung, die vom 25. – 28.10.2006 in Leipzig stattfand, hat der CCEG die Goldmedaille für herausragende Leistungen in der Denkmalpflege in Europa verliehen.

Die Übergabe dieser Auszeichnung erfolgte am 27.10.2006 im Rahmen der „denkmal 2006“ in einer feierlichen Veranstaltung. (Auszug aus der Laudatio von Prof. Dr. Gerd Weiß, Vorsitzender der Vereinigung der Denkmalspfleger Deutschlands)

CCEG, das ist die Compagnonnages Européens – Europäische Gesellenzünfte Paris (Frankreich).
Für das europaweite Mühen, handwerkliche Tradition in die Zukunft zu tragen, verleihenwir dieser Vereinigung die Goldmedaille.
Die CCEG – die europäischen Gesellenzünfte – stehen in der Tradition handwerklicher Zünfte, die zum größten Teil die Kulturgüter geschaffen, um deren Erhaltung wir uns heute bemühen. Durch den europaweiten Zusammenschluss haben die Zünfte schon vor der Gründung der EU agiert und erhalten ein Netzwerk internationaler Kommunikation. Die Wandergesellen tragen mit ihren Ideen und weithin sichtbarer Kluft den Zunftund Gesellengedanken in die Öffentlichkeit. Im Schaukasten der CCEG, im Herbergsmuseum in Blankenburg im Harz, ist die Medaille und die Verleihungsurkunde deponiert und für alle Interessenten zu sehen.