Lieber Kamerad König

Als ich von deiner Abwesenheit in Blankenburg erfuhr, wusste ich, dass du als treuer Unterstützer des Herbergsmuseums nur durch ein gravierendes Ereignis verhindert sein konntest, an diesem für dich so wichtigen Treffen teilzunehmen. Ich bin mir sicher, dass du aus der Ferne in Gedanken dabei warst.

Du warst ein aufrechter Verfechter dieses Herbergsmuseums, das ein schöner Erfolg ist, sowohl auf kultureller als auch sozialer Ebene – ein Ort, der das Beste vereint, was die handwerklichen Berufe auszeichnet, ihre Techniken und die Menschen, ob nun Wandergesellen oder auch nicht.

Dein Tod hat mich zutiefst betroffen, denn trotz der Sprachbarriere glaube ich sagen zu können, dass wir eine gegenseitige Achtung hegten. Ich fand in dir das Vorbild der kämpferischen französischen Compagnons wieder, welche mich die Wandergesellenbewegung schätzen gelehrt haben.

Du warst ein Mann der Überzeugungen, engagiert auf dem Weg der Wandergesellenbewegung, treu ergeben der CCEG wie auch dem Herbergsmuseum und überzeugter Vorreiter deiner Vereinigung der Freiheitsbrüder. Du hast es verstanden, deine Zuhörer in den Bann zu ziehen, deine Beiträge, gerne mit Humor gewürzt, fanden Gehör bei deinen Kameraden.

Wenn wir Compagnons zuweilen Zweifel an Sinn und Zweck der CCEG hegen, so wollen wir diesen Zweifel ausräumen, denn allein die Tatsache, Menschen deines Schlages zu treffen, reicht aus, um die Existenz dieser Institution europäischer Dimension zu rechtfertigen… die im Übrigen und ohne jeden Zweifel eine der allerersten europäischen Vereinigungen darstellt !

Ich möchte von dir die glücklichen Momente unserer Begegnungen in Erinnerung behalten…, leider waren sie nur zu selten ! Ah! Helmut, wenn ich von dir spreche, dann kommt mir die Erinnerung an deinen ewigen Schupftabak, den du während der Versammlungen konsumiertest und der letztendlich das Revers deiner Zunftjacke braun färbte ! Dergestalt, dass deine Freunde dir schließlich eine kleine Bürste schenkten, um den Schaden zu reparieren… Gewiss ein Ausdruck des Humors, aber auch Zeichen der Freundschaft, die diese wackeren und gestrengen Männer aus einer der großen Wandergesellenbewegung Europas dir zollten…Nein, du hast niemanden ungerührt gelassen.

Ich empfinde Schmerz beim Verfassen dieser Zeilen, die die achtungsvolle Freundschaft
ausdrücken sollen, die ich für dich empfand. Wenn ich in meinem eigenen Namen deiner Familie, deinen Freunden und deutschen Kameraden mein aufrichtiges Beileid bekunde, so weiß ich auch, dass ich im Namen aller französischen Wandergesellen dieses Gefühl tiefer Trauer ausdrücken kann : Alle, die dich in Frankreich gekannt haben, zollten dir Achtung und Anerkennung.

Werte deutsche Kameraden, die CCEG trauert um einen ihrer Mentoren, der uns verlässt. Sein Vermächtnis und das derjenigen, die für ihr Bestehen gearbeitet haben, gibt uns die Pflicht auf, weiterhin für ihr Fortleben zu kämpfen.

Lieber Kamerad Helmut König, ich sage dir « Adieu! Adieu! Adieu! »

JP Chapelle
Limousin Va De Bon Cœur
Compagnon charpentier des devoirs