CCEG-Reisendentreffen in Erfurt

Nach freundlicher Anfrage auf eine Zusammenfassung der Ereignisse und einer kurzen Beurteilung dieses Treffens der reisenden (und einheimischen) Gesellen der CCEG.

Gastgeber des diesjährigen Reisendentreffen der CCEG war die Gesellschaft der rechtschaffenen fremden Zimmer- und Schieferdeckergesellen zu Erfurt.

Statt fand das Treffen der CCEG-Mitglieder, wie zu vermuten in Erfurt, in günstiger Lage auf dem Petersberg. Eine historische Militäranlage, bestehend aus Tunneln Zidatellen, alten Schießanlagen inmitten eines großflächigen Walls welcher die ganze Anlage umschließt.
Daß ich die mir erfreuliche Aufgabe bekommen durfte diesen offiziellen Bericht zu schreiben hat unter anderem mit der eher traurigen Tatsache zu Tun das ich einer der einzigen noch reisenden Anwesenden der rechtschaffenen fremden Gesellen war.

Zugereist bin ich aus der ehrbaren Stadt zu Basel am 05.07.12, erfahren habe ich von dieser Veranstaltung über die Internetpräsenz der CCEG ( www.cceg.eu ). Das Treffen fand vom 06 – 08.07.12 statt.

Mit einer gewissen Vorausnahme reiste ich also in unserer, in Erfurt wohl bekannten, Herberge zu, um weitere Informationen von Treffpunkt und Plan zu bekommen. Ich hatte Glück, denn ein Einheimischer Geselle wartete bereits Erwartungsvoll auf Zugereiste. Was mich doch etwas verwunderte war, dass ich sonst niemanden antraf. Auch der Kamerad konnte mir Grund dafür nicht nennen. Er selber war das erste mal auf so einer Veranstaltung und wusste nicht wie groß die Nachfrage wirklich ist. Schließlich sind reisende Gesellen dem Umständen nach eher spontane Menschen und entscheiden oft eher kurzfristig.

Die freie Zeit nutzen wir indem er mir die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten zeigte, wie die berühmte Krämerbrücke, den Petersberg und natürlich das gewaltige Domgelände mit der anliegenden Severi-Kirche. Im Dom erkundigte man sich auch gleich nach einer Führung durch den Glockenturm hinsichtlich des Reisendentreffens, da dieser eine lokale Besonderheit ist. „Die Königin der Glocken“ ist die größte frei hängende Glocke Europas. Mit etwas rhetorischem Geschick schaffte er es, die verantwortliche Verwaltung davon zu überzeugen.
Nun, nach einem ausgiebigen Spaziergang durch die Stadt kehrten wir wieder zur Herberge zurück.

Am nächsten Morgen ( Freitag, 06.07.12 ), ging der Kamerad runter zur Gaststätte um zu frühstücken und zu schauen ob Zugereiste da waren, kam dann aber nach etwa fünfzehn Minuten wieder zurück und erzählte das endlich die ersten eingetroffen waren.
Zwei Rolandsbrüder waren zugereist. Ein Dachdecker und der CCEG-Delegierte der Reisenden des Rolandschachtes.
.Just machten wir uns nun auf den Weg Richtung Veranstaltungsort. Dort bauten wir den schönen Bierpilz auf, welcher ein gutes Bild in mitten der Festung abgab. Nach schwer getaner Arbeit gab es also erst mal das erste Probebier.
In etwa zu der Zeit trafen noch weitere Gesellen ein; der fremde Rolandsbruder ein fremder Freiheitsbruder sowie einige freie Vogtländer. Gemeinsam mit Tatendrang wurden das Zelt für die Logis so wie die Feldbetten erfolgreich errichtet. Später kamen einige Gesellen der ehrbaren Gesellschaft der rechtschaffenen fremden Gesellen zu Erfurt hinzu.

Der Abend klang mit gemütlichem Beisammensein aus. In den Gesprächen war doch oftmals ein größeres Interesse gegenüber anderer Vereinigungen zu spüren. Geschmort wurde trotzdem alle dem relativ gesittet.

Am nächsten Tag ( Samstag , 07.07.12 ), stand erst Frühschoppen auf dem Plan. Ein ausgiebiges Frühstücksbuffet stand gegen eine kleine Gebühr für die Gesellen in der Zidatelle bereit, dass von unseren beteiligten Herbergsvater und Herbergsgeschwistern mit hergerichtet wurden ist.

Am Vormittag kam plötzlich noch ein völlig aufgelöster und von offensichtlichen starken Schweißausbrüchen geplagten junger Bäcker zu, er wollte sich über die Walz informieren. Er war so aufgeregt, dass er einem schon fast Leid tun musste, aber man merke trotz seiner Nervosität, oder eben deshalb, dass er sich schon lange auf dieses Treffen mit einem echten Fremden vorbereitet hat. Leider mussten wir ihm sagen das wir ihm hier nicht mit der Bäckerwalz weiterhelfen können, schließlich waren nur Bauhandwerker anwesend. Natürlich haben wir ihm einige Tipps gegeben für seine Walze und mit Sicherheit wird er das beste daraus machen.

Für den Mittag war eben noch die Besichtigung der Kirche sowie eine private Stadtbesichtigung vorgeschlagen, was aber keine Bestätigung durch die anwesenden Gesellen bekam. Auch wurde vom Altgesellen der gastgebenden Gesellschaft eingeladen auf dem Krug zu schmoren, da das Wetter zu diesem Zeitpunkt recht nieselig war, auch dies erhielt keine Zustimmung.

Inzwischen waren wir mit einer großen Beteiligung der freien Vogtländer und einheimischen des fremden Freiheitsschachtes auf eine Versammlung von ca. 15 o. 20 Gesellen gekommen und CCEG-Vizepräsident Braun Simon begann mit einer geplanten Debatte um die Internetseite der CCEG und den Gründen der geringen Resonanz. Es wurden Vorschläge gemacht, teilweise aber auch die radikale Forderung gestellt die Seite komplett abzuschaffen, was jedoch mit Sicherheit keinen größeren Erfolg im Sinne der Aufklärung haben dürfte. Der Vizepräsident der CCEG notierte sich die Vorschläge für weitere Entscheidungen.

Da offensichtlichen wenig Interesse darin bestand das Treffen etwas abwechslungsreicher zu gestalten, blieben wir dort. Hiernach wurde mit einer ordentlichen Umlage Grillzeug und Kohle gekauft, damit wir das Abendbrot gleich vor Ort hatten. Zum Glück erklärte sich der Herbergsbruder dazu bereit zu fahren. Am Abend kam noch ein Gruppe Architekturstudenten aus Lübeck (?) zu uns, um für irgendein „Projekt“ zu werben. Es hat wohl bis heute niemand verstanden worum es ging. Die Gastgeber hatten an diesem Abend noch 50 Liter springen lassen, weswegen es für die nächsten Stunden Freibier gab, dass wurde dankend angenommen.

Für mich der letzte Tag ( Sonntag, 09.07.12 ), hieß es so früh wie möglich zurück nach Basel zu kommen zwecks Schenigelei. Es war zwar für diesen Tag noch geplant gewesen die aktuelle CCEG Baustelle bekannt zu machen, die wurde uns jedoch schon auf unserem Himmelfahrtstreffen vorgestellt, sodass ich mich alsbald zurück in Richtung Basel bewegte.

Mein Fazit: Es wurde zu viel gejammert und es wurden viele Vorwürfe gemacht jedoch zu wenig Vorschläge für Verbesserungen. Ich persönlich glaube aber daran daß dies eine Chance ist um das nächste Treffen besser gestalten zu können.
Das es nun ausgerechnet die rechtschaffenen Fremden zu Erfurt gewesen sind die sich dieses Jahr dazu bereit erklärten war schade, da es in meinen Augen unausweichlich war, das es dieses mal (?) so wenig Resonanz zu spüren war. Dennoch sollten wir Beteiligten dafür dankbar sein das es trotzdem stattgefunden hat. Es ist eine Gelegenheit mehr, sich dem wirklichen Potential der CCEG bewusst zu werden.

Es grüßt mit Gunst und Kameradschaftlichem Handschlag,
r. frd. Sch. Motschiedler Norman